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Tatort: Gut Projensdorf bei Kiel
Jugend-Westernreitturnier 1998 in Freidorf
Turnierbericht aus Kiel
EWU-Gruppe Kiel besucht EWU-Gruppe Neumünster
Vorträge
Eine Trainerin stellt sich vor
Homöopathie am Pferd
Schlundverstopfung und Kolik
Vortrag eines Hufschmieds
Vortrag Zäumung und Gebisse






































Tatort: Gut Projensdorf bei Kiel
von Katrin Hackbarth & Patricia Tuschinsky

TATZEIT: Samstag, 21. Februar 1998, 9 - 18 Uhr.
TÄTERIN: Die Profitrainerin Astrid Harprecht.
TATOPFER: Katrin Hackbarth, Astrid Groth, Martina Beutel, Patricia Tuschinsky
TATZEUGEN: Silver Money Bar (QH), Mountain Gus (Kaltblut-Mix), Teddy Luke (Fjord), Cameos Little Oak (QH).
TATMOTIV: Vorbereitung auf die Turniersaison 1998.
TATHERGANG: Kurz nach Sonnenaufgang zwang uns die Täterin auf den Rücken unserer Pferde. Aus uns nicht bekannten Gründen wurden wir genötigt, den Außenreitplatz aufzusuchen. Erste Tätertips gab es beim Warmreiten, wichtige Trainings-Schwerpunkte wurden von Astrid "piece für piece" wie Bausteine aneinandergereiht. Vor der Mittagspause übten wir: Pleasure, Tempiwechsel, einfache Galoppwechsel aus den Zirkeln, viel auf dem dritten Hufschlag und der Diagonalen, weg von der Bande. Unser Halbzeitziel überprüfte Astrid durch eine Reining-Einzelaufgabe, welche wir mit Scores zwischen 69 und 70 erreichten. Opfer und Zeugen gingen hungrig und schon ziemlich müde in die Mittagspause. Nach einem leckeren Lunch ging es weiter.
Nachmittags zog die Täterin die Schrauben fest! Astrids Parole: "Gebt alles!" Wir flogen fliegend durch die Galoppwechsel; trabten trittsicher über Stangen, galoppierten mit rasanter Eleganz um Pylonen; dann endlich: Kaffee- pause. Heiter ging's alsbald weiter mit einem Clou: Reining-Pattern Nummer 2 - unter Turnierbedingungen, mit Stühlen, Richter, Ringsteward, Markern, Gebißkontrolle und Publikum. Nach super Stops, schnellen Rollbacks, spekta- kulären Rundowns, wunderschönen Zirkeln und Scores von 70 - 73 ließ die Täterin von den Opfern ab. Unser Fazit: Wo kein Kläger, da kein Richter. Wir baten darum, dieses Verfahren bei nächster Gelegenheit zu wiederholen.






Jugend-Westernreitturnier 1998 in Freidorf
von Melanie Kleemann

Am Samstag, den 30. Mai 1998, hatte der Westernreiterstammtisch Kiel ein Turnier extra für Kinder und Jugendliche organisiert.
Gut gelaunt und mit viel Eifer zeigten sich die jungen Teilnehmer von ihrer besten Seite.
Dem Niveau dieses Turniers möchte ich ein Lob aussprechen: Viele Angehörige unseres Nachwuchses zeigten sich nicht nur bemüht, sondern auch ausgesprochen begabt!
Leider schickte uns Petrus nach dem Trail Blitz, Donner und massig Regen, so daß dieses Turnier abgebrochen werden mußte.
Damit keiner von den Teilnehmern unbelohnt bliebe, wurde zur Freude aller Beteiligten die Preisverlosung natürlich nachgeholt.
Ich hoffe auf ein sonnigeres Wiedertreffen im nächsten Jahr und kann nur wünschen: Weiter so!






Eine Trainerin stellt sich vor

Auf dem Stammtisch der Kreisgruppe Kiel am 19.3.1999 hat sich die Trainerin Ina Krüger-Oesert vorgestellt. Sie betreibt in Großbarkau ihren eigenen Trainingsstall: die California Cottage.
Schon in ihrer Jugend begann sie zu reiten. Zunächst nahm sie Dressurunterricht. Später begann sie mit dem Westernreiten und wurde Co-Trainerin von Wolfgang Grischke auf der Eagle-Free-Ranch. Danach eröffnete sie ihre eigene Ranch in Großbarkau und verschrieb sich der Ausbildung von Arabern. Sie lernte z. B. durch Claus Penquitt, Richard Hinrichs (Barock-Stil) oder durch Holger Behrend (TT-Kurse).
Ihre Anlage umfaßt 18 Boxen, diverse Paddocks, Weiden, eine Reithalle, zwei Außenplätze, ein Roundpen sowie einen Trailplatz. Sie hat verschiedene Schulpferde, die alle sehr gut ausgebildet sind und von denen die Reitschüler viel lernen können.
Das Anreiten der Jungpferde beginnt sie ab 3 ½ Jahren. Die Basisausbildung ist für alle Pferde gleich. Danach ist eine Spezialisierung in verschiedene Richtungen möglich. Ina gibt Unterricht/ Beritt in der altklassischen und iberischen Reitkunst bis hin zu circensischen Lektionen, außerdem unterrichtet sie im kalifornischen Westernreitstil und der Tellington-TTEAM-Methode. Es könne je nach Pferd die Westernlektionen mit spanischen Elementen verbessert werden, z. B. beim Spin.
Für uns war´s ein spannender Abend, der großes Interesse geweckt hat, und wir danken Ina Krüger-Oesert für ihre interessanten Ausführungen.
Wer nähere Informationen haben möchte, wendet sich bitte an Andrea Rausch, Tel. 0431/651587.






Homöopathie am Pferd

Sanfte Medizin war das Thema auf dem Stammtisch der Kreisgruppe Kiel am 4.6.1999. Dazu hatten wir Frau Anette Gerwien für einen Vortrag über Naturheilverfahren eingeladen. Anette ist Tierheilpraktikerin, und sie ist spezialisiert auf die klassische Homöopathie, außerdem auf Bioresonanz-, Magnetfeld- und Massage-Therapie.
Diese Heilverfahren sind Regulations-Therapien, die ergänzend zur üblichen Tiermedizin mit zur Selbstheilung beitragen soll. Es gibt viele verschiedene Naturheilverfahren, z. B. Physiotherapie, Akupunktur, Massage, Ozontherapie, Osteopathie und eben auch die Homöopathie, auf die nun besonders eingegangen wurde: In der Homöopathie können Gifte und Stoffe eingenommen werden, um Gleiches mit Gleichem zu heilen. Gifte, die Fieber auslösen, heilen dieses auch.
Die Zwiebel heilt Nase und tränenden Augen. Es gibt ca. 1000 verschiedene homöopathische Mittel alkoholische Auszüge, die in verschiedenen sogenannten "Potenzen" verabreicht werden können. Die Symptome z. B. eine Schwellung werden sich bei der Behandlung in der Regel noch mal kurz verstärken und heilen dann schnell ab.
Wenig Aussicht auf Erfolg hat eine homöopathische Behandlung bei angeborenen genetischen Defekten, Tumoren oder Lungenerkrankungen (die eher mit Kräutern zu behandeln sind). Gute Behandlungserfolge erzielt man z. B. bei Hautkrankheiten, Allergien, Arthrosen, Schwellungen, Verhaltensstörungen und vielem mehr.
Zur Stallapotheke: In der Stallapotheke sollte immer vorhanden sein: Betaisodona, Verbände, Rivanol, Schere, Rescue-Tropfen usw. Aber Anette ging auch gezielt auf homöopathische Mittel ein, die man immer in der Stallapotheke parat haben sollte. Das wären Mittel z. B. gegen Schock, nach Unfällen und Verletzungen auf der Weide, um Schwellungen zu behandeln, für blutende Verletzungen, Mittel für Erkältungs- und Infektionskrankheiten, zum Aufbau des Immunsystems, bei Kolik, verspanntem Rücken usw. Und sie erklärte uns die genauen Dosierungen.
Danach haben die Zuhörer noch diverse Einzelfragen über ihre Pferde stellen können, und auch hier konnte Anette hilfreiche Tips geben und Mittel verraten, die den Zustand des Pferdes verbessern können.
Wir danken Anette Gerwin für diesen interessanten Vortrag! Und ich werde meine Stallapotheke jetzt um einige homöopathische Mittel erweitern!
Wer nähere Informationen zum Thema haben möchte, kann mich unter der Telefonnummer 0431/5459383 erreichen.






Schlundverstopfung und Kolik

Schlundverstopfung (SV):
Arten: Es gibt partiell hohe SV (vor der Speiseröhre, vor der Brusthöhle), partiell tiefe SV (Brusthöhle bis hin zum Magen) und vollständig tiefe SV bei zu schneller Futteraufnahme und Kleinstschnitzel.
Dabei spielt die Oberflächenbeschaffenheit des Futters die entscheidende Rolle.
Die Relation Futtermenge zur Speichelmenge muß stimmen.

Obere kleine SV können evtl. wegmassiert oder mit der Schlundsonde zügig behandelt werden; mit Wassereinläufen werden mittlere SV behandelt; durch weitere Futteraufnahme kann es aber auch zu einer Verfüllung der Speiseröhre kommen. Der Muskelschlauch der Speiseröhre zieht sich über der Futtermenge zusammen und die Verstopfung wird hart wie Fensterkitt. Mit der Schlundsonde können bei solch schweren Verstopfungen jeweils kleine Teile entfernt werden.

Sofortmaßnahmen des Tierhalters:
- Futter - und Wasserentzug
- Massage des Futterballens - nur nach unten und kurzfristig! -
- Nasenausfluß überprüfen - meist grün und zäh
- Beobachten, ob Atemschwierigkeiten bestehen - Lungenpneumonie (Lungenentzündung) durch eingeatmeten Speichel oder Futterreste
- Pferd ruhig halten - den Kreislauf stabil halten
- Pferd führen, wenn es der Zustand zuläßt

Maßnahmen des Tierarztes:
- Schleimfluß wenn nötig aus der Lunge entfernen
- Medikamente geben - Krampflösende Mittel, damit der Muskelstrang der Speiseröhre gelockert wird; keine Sedierung, weil sonst der Schluckreflex lahmgelegt werden würde

Nachbehandlung durch den Halter des Pferdes:
Der Schlund ist nach der Behandlung gereizt. Die Schleimhaut ist verletzt.
Jetzt sollte eine schonende Fütterung einsetzen. 1 kg Pellets sollten in 10l Wasser aufgelöst und sofort gefüttert werden oder Mash füttern - kein Rauhfutter in der Box lassen. Futter mit Speiseöl geben. Heu und Stroh nur mit Futternetz geben. Evtl. die Zähne kontrollieren lassen und Steine in den Trog legen. Jede Futtermittelreduzierung nutzen, die langsameres Fressen des Tieres gewährleistet.


Kolik:
Arten: Krampfkolik, Verstopfungskolik, Rotation, Blasen-Nierenkolik, Schmerzkolik, Gebärmutterkolik, ...

Die Krampfkolik ist mit 80 % am häufigsten.
Der Pferdedarm ist ein Rohr (Nahrungsmittel - Muskulatur - formgebende Hülle). Es kommt zu einer Verkrampfung der Muskulatur z. B. bei Wetterabhängigkeit, Mondphasenabhängigkeit, nach Streß durch eine andere Krankheit oder einem Transport, etc.

Symptome:
- Bauchschmerzen - gucken und treten nach dem Bauch, Box ist durchgewühlt
- Pferd liegt oder knickt mit der Hinterhand ein
- Das Pferd schlägt um sich

Sofortmaßnahmen des Tierhalters:
Das Pferd vor dem festlegen schützen. Das Pferd ruhig halten - keinen Streß machen. Das Pferd liegen lassen!! Nicht aufscheuchen, denn der Kreislauf und die Blutzirkulation stabilisieren sich dann. Pferd evtl. führen.

Maßnahmen des Tierarztes:
Krampflösende Mittel und schnell wirksame Schmerzmedikamente werden gegeben.
- Schnaufen ("aufatmen") des Pferdes -

Der Halter sollte das Pferd dann 20 Min. führen, um das Pferd zu entlasten (andere Umgebung zeigen). Futterentzug!

Verstopfungskolik:
Futtermengen bleiben im Darm hängen - fest ohne Flüssigkeit -.
Anschoppungskoliken im Dünn- oder Dickdarm: Freispülen der Brotleibe mit Parafinöl oder Wasser mit Glaubersalz
Blinddarmverstopfung: der Blinddarmverschluß funktioniert nicht richtig, kann mit Parafinöl gelöst werden, im schlimmsten Fall kommt es zu einer Vergärung im Blinddarm mit Bildung einer Gasblase.

Die Kreislaufentlastung ist jetzt sehr wichtig! Bis zu 100l Wasser des Pferdes laufen in die Bauchhöhle. Die Flüssigkeitszufuhr ist dann am wichtigsten. Wenn sich eine gezogene Hautfalte nicht mehr zurückzieht muß Wasser Literweise intravenös zugeführt werden. Blutprobe wird genommen und der Kreislaufwert festgestellt. Dieser Wert entscheidet auch, ob das Pferd noch transportfähig ist und evtl. in die Klinik gefahren werden kann. Die meisten Pferde sterben bei einer Kolik am Flüssigkeitsentzug oder Kreislaufversagen. Wenn sich Symptome zeigen das Pferd führen und reichlich zu trinken geben.

Warum muß das Tier in die Klinik?
Darmrotation - der Darm hat sich verdreht. Der Darm hängt an der Wirbelsäule befestigt herunter. Durch nachschieben von Futtermengen (Verstopfungen) verdreht sich der Darm (90° oder verdrehen eines Darmabschnitts). Die Durchblutung wird in diesem Bereich unterbrochen, das Gewebe stirbt ab und muß entfernt werden.
Darminvagination: Durch nachschieben von Futtermengen schiebt sich der Darm übereinander. Auch hierbei kann Gewebe absterben oder der Darm reißt an dieser Stelle auf (bei Hengsten kann der Darm auch in die Hoden rutschen).
Riß im Zwerchfell nach einem Sprung oder ähnliches: der Darm rutscht in die Brust

Nachbehandlung des Halters:
Wenig füttern, Mash mit viel Parafinöl (kein Speiseöl verwenden, den es wird vorher verdaut - Galle), danach evtl. Diätfutter
Parasiten können auch Koliken auslösen. Deshalb sollte 4 x im Jahr entwurmt werden.



Operierte Pferde haben statistisch gesehen eine weitere Lebenserwartung von 4 ½ Jahren.
Die Operation kostet zwischen 8.000 DM und 10.000 DM. Deshalb sollte sich jeder Pferdehalter vor dem Ernstfall Gedanken machen, was in solchen Momenten zu entscheiden ist - Finanziell und Emotional. Besonders wenn man in den Urlaub gefahren ist - wie darf der Pfleger des Pferdes entscheiden? Soll das Pferd für 10.000 DM operiert werden oder nicht? Da muß die finanzielle Seite abgewogen werden, das Alter des Pferdes und dessen Wert beachtet werden.






Turnierbericht aus Kiel
von Astrid Groth

Am 21.05.00 war es wieder soweit, Sonnenschein hatte sich angekündigt und auf dem Gelände der Familie Rolf Hagge in Freidorf, fand das alljährliche Kinder- und Jugendturnier der EWU-Gruppe Kiel und Umgebung statt. Angesprochen waren Kinder und Jugendliche im Alter bis 16 Jahre, egal welcher Reitweise, egal ob mit oder ohne Sattel, Turnierkleidung war nicht vorgeschrieben, aber saubere und ordentliche Kleidung musste es sein. Also Schwerstarbeit für das Richterteam Anja Günther und Franco Freudendahl. Denn angemeldet hatten sich 28 Kinder und Jugendliche, vom Freizeitreiter ohne Sattel bis zum turniererfahrenen Westernreiter.

Line Up

Ausgeschrieben waren Pleasure, Horsemanship und Trail in den Altersklassen bis 11 Jahre und 12 bis 16 Jahre, sowie das Dollar Bill Race und das Spoon & Egg Race. Den Abschluss der Traildisziplin bildete der "Werner Niels Special Trail", für den sich die drei Erstplatzierten aus den vorherigen beiden Trails qualifizierten. Für die Plätze eins bis drei spendete unser treuer Sponsor, Werner Niels, so riesige Pokale, dass die Platzierten Mühe hatten, diese in den Händen zu halten.

Sehr gefreut hat uns auch, dass Stefan Janssen zugesagt hatte und diesem Turnier durch seine Musik und seine Ansagen einen professionellen Rahmen gab.

Auch für das leibliche Wohl der Teilnehmer und der vielen Besucher (angelockt durch eine Vorankündigung in den Kieler Nachrichten) wurde gesorgt. Am Essensstand konnten verschiedene Getränke, Grillwürstchen und diverse Kuchenstücke gekauft werden.

Mit einer Tombola für alle Teilnehmer ging dieses Turnier dann zu ende und vielleicht haben wir es wieder geschafft, den einen oder anderen Teilnehmer für das Westernreiten zu begeistern.

Doorman Martina und Moderator Stefan

Meinen Dank an dieser Stelle möchte ich allen Helfern aussprechen, ohne die ein reibungsloser Ablauf dieses Turniers nicht möglich gewesen wäre. Dank auch an Anja, Franco und Stefan, sowie unseren Sponsoren

Fa. Werner Niels Sanitär und Heizung GmbH, Kiel
Familie Olaf Poppe, Glüsing
Dieter von Einem, Kiel
Das Futterhaus, Raisdorf
WWW Quarter Horses Familie Stave & Witte, Scharnhagen








Vortrag eines Hufschmieds
von Uwe Reinberg

Vortrag von Uwe Reinberg - Hufschmied aus Osdorf

Wie bearbeitet der Hufschmied den Huf eines Pferdes beim Ausschneiden oder Beschlagen - was kann der Pferdebesitzer bei der Hufpflege selber machen?

Das Strahlpolster und die Hufknorpel machen den Huf elastisch - darauf basiert der Hufmechanismus. Die Trachten schieben sich bei jedem Tritt in- bzw. auseinander.

Der Hufschmied bewertet, wie das jeweilige Pferd steht (bodeneng, zehenweit, etc.), um den Huf richtig bearbeiten zu können.

Zuerst wird der Strahl ausgeschnitten - je weniger desto besser. Dann wird die Sohle bearbeitet. Auch hier sollte wenig weggenommen werden - möglichst nur das Mehlhorn, dass auch mit dem Hufkratzer entfernt werden ‘könnte’. Die Eckstreben werden angeglichen. Der Tragerand wird gekürzt. Die Wände müssen "gestreckt" gehalten werden, um Hufrisse u. ä. zu vermeiden. Die Hufstellung des Pferdes ist zu beachten.

Weggebrochenes Horn kann vom Reiter zwischendurch abgeraspelt werden. Der Strahl sollte vom Reiter nicht geschnitten werden. Er sollte sauber gehalten werden. Um Strahlfäule zu behandeln wird Huffett und Kupfersulfat im Verhältnis 3:1 gemischt. Mit einem Stück Mullbinde den Strahl säubern und ein Mullkissen mit der Salbe mittels dem Hufkratzer in die Strahlfurche drücken. Durch den Druck auf die Lederhaut wird das Strahlwachstum angeregt. 4-5 Tage nacheinander wiederholen.

Kürzen des Hufes:
Der Huf muß so gekürzt werden, dass der Huf beim Laufen vom Pferd "plan" - ganz - aufgesetzt wird. Seitlich muss die Stellung zum Fesselstand passen. Die Parallele muss zum Huf passen.

Beschlagenes Pferd:
Die Hufe des zu beschlagenden Pferdes werden genauso bearbeitet - evtl. kann der Huf auch ein bisschen weiter gekürzt werden, weil ein neuer Schutz - ein neues Eisen - draufgenagelt wird. Das Eisen darf nicht zu eng und nach hinten nicht zu kurz sein, um z. B. die Bildung eines Zwanghufes zu verhindern.

Danach ging Uwe noch auf die zahlreichen Fragen und Probleme der Anwesenden ein (z. B. welcher Hufschutz - Hufeisen, Alternativen aus Plastik oder Hufschuh?, etc.).

Buchtipps:
  • "Hufkurs für Reiter" von Armin Kasper, Hufkunde, Hufpflege, Hufschutz Francken-Kosmos-Verlag
  • "Der Huf - Lehrbuch des Hufbeschlages" von Hermann Ruthe, Heinrich Müller, Friedbert Reinhard, Enke-Verlag

Wir danken Uwe für diesen interessanten Vortrag. Wer nähere Informationen erhalten möchte, wende sich bitte an Astrid Groth, Tel.: 04347-3478.





EWU-Gruppe Kiel besucht EWU-Gruppe Neumünster
von Astrid Groth

Die Idee gab es schon lange in unseren Köpfen: Warum nicht einmal auch andere Westernreiter kennen lernen, die wie wir einer EWU-Gruppe angehören. Also haben wir uns für die Neumünsteraner entschieden und bei Kurt Lehnert angerufen. Kurt fand die Idee auch prima und schlug einen gemeinsamen Ausritt mit anschließendem Grillen vor.

Kurt und Dieter

Am 19. Mai war es dann soweit. Fünf Stammtischfreunde der EWU-Gruppe Kiel luden ihre Pferde auf die Anhänger und fuhren zur Winterberg Ranch nach Wasbek. Dort gesellten sich dann sechs weitere Reiter, die ebenfalls Ihre Pferde auf Anhänger geladen hatten, dazu und angeführt von Kurt fuhr der Konvoi dann weiter in ein

Birgit und Andrea

wunderschönes Ausreitgelände am Rande des Naturparks Aukrug. Kurt hatte eine Strecke gewählt, die uns alles bot. Vom asphaltierten Wirtschaftsweg bis zum Waldweg mit leichtem Naturtrail-Charakter. Auf halber Strecke gab es natürlich eine Pause auf einer Wiese neben einer kleinen Au. Kaffee, Tee, kalte Getränke und selbstgebackener Kuchen, herangefahren vom Catering-Service der EWU-Gruppe Kiel,

Catering-Service

stärkten alle Reiter und weiter ging der Weg bis wir wieder an den Pferdeanhängern ankamen. Nachdem wir alles eingepackt hatten, machte sich der Konvoi auf den Rückweg zur Winterberg Ranch.

Kati und Astrid

Dort konnten wir Kieler unsere Pferde in Boxen unterbringen, in denen schon reichlich Futter zum Verzehr für die Vierbeiner bereit lag. Wir Menschen haben diesen Tag an einer langen Tafel mit Getränken, Salaten und viel Grillfleisch ausklingen lassen.

Grillen

Liebe Wasbeker, Ihr habt uns einen richtig tollen Tag bereitet und auf diesem Wege nochmals ein herzliches Dankeschön von den Kielern. Eins sei versprochen, auf Euer Angebot so etwas zu wiederholen kommen wir bestimmt zurück.





Vortrag "Zäumung und Gebisse" von Sam Korf
aufgeschrieben von Sabine Schnack

"Wer glaubt mit einem Mundstück ein Pferd von 500 - 600 kg halten zu können, der glaubt auch an den Weihnachtsmann."

Dieses Zitat stammt von Sam Kopf (Sam´s Western Store) von der Reuterteich Ranch in Schlamersdorf, die auf dem Westernreiter-Stammtisch der EWU-Gruppe Kiel am 19.Oktober 2001 einen umfangreichen Vortrag zum Thema "Zäumung und Gebisse" hielt. Sie brachte einiges an Anschauungsmaterial mit und natürlich wurden auch sämtliche Fragen der Zuhörer beantwortet.

Zuerst brachte Sam das wesentliche auf den Punkt: "Ein Gebiss ist nur so scharf wie die Hand."
Weil man sich nicht mit der Wirkungsweise von Gebissen beschäftigen kann, ohne die Anatomie des Pferdemaules zu kennen, bekamen wir als erstes eine kleine Einführung in die Gestaltung des Pferdemaules. Das Pferd hat einen starren Oberkiefer, während der Unterkiefer beweglich ist. Das Mundstück soll mittig auf den Laden zwischen den Schneidezähnen und Backenzähnen liegen. Hengstzähne oder Wolfzähne könnten die Wirkung des Gebisses behindern bzw. dem Pferd Schmerzen verursachen, gegebenenfalls muss der Tierarzt hinzugezogen werden. Die Zunge des Pferdes ist sehr empfindlich und feinfühlig. Anschließend beschäftigten wir uns mit der Beschaffenheit von Gebissen. Viele Westerngebisse sind aus Sweet-Iron, d.h. sie rosten. Der Rost soll den Speichelfluss und damit das Kauen anregen. Ein gutes Mundstück ist durchgehend aus Sweet-Iron und hat nicht nur eine Legierung. Des weiteren haben viele Gebisse Kupfereinlagen, diese sollen ebenfalls den Speichelfluss anregen. Bei der klassischen Reiterei wird das Pferd stark beigezäumt. Dadurch wird die Ohrspeicheldrüse angeregt, was zu Speichelfluss und Kauen führt. Da diese starke Beizäumung in der Westernreitweise nicht ständig gegeben ist, wird die Ohrspeicheldrüse nicht so stark angeregt und man behilft sich mit rostenden Mundstücken und Kupfereinlagen.
Es gibt starre Mundstücke (Stangen) und bewegliche, abklappbare Mundstücke (einfach-, doppeltgebrochen). Die starren Gebisse wirken mehr auf die Zunge des Pferdes, die abklappbaren mehr auf die Laden.

Nach diesen allgemeinen Grundlagen wendeten wir uns den Snaffle-Bits zu. Wenn ein einfachgebrochenes Snaffle gerade ist, entsteht der sogenannte "Nussknackereffekt" beim annehmen, des weiteren kann durch die Aufwölbung der "Bruchstelle" Druck auf den Oberkiefer entstehen. Da der Oberkiefer eines Pferdes unbeweglich ist (s.o.), kann das Pferd diesem Druck nur durch Hochziehen des Kopfes ausweichen.
Deshalb sind anatomisch geformte Gebisse vorzuziehen. Diese haben eine leichte Biegung, die dem Nussknackereffekt entgegenwirkt, die Aufwölbung der Bruchstelle ist ebenfalls nicht so stark gegeben.
Außerdem sollte das Mundstück möglichst kleine Ringe an der Bruchstelle haben. Aber was heißt nun möglichst kleine Ringe? Beim Kauf sollte man folgendermaßen vorgehen: Man nehme das Gebiss in die Hand und drücke diese fest zu; wenn irgendetwas stört bzw. drückt (z.B. eine kleine Delle, Wölbung), sollte man dieses Mundstück nicht kaufen. Mit zwei verschiedenen Gebissen kann man dies gut ausprobieren. Sam empfiehlt ein D-Ring-Snaffle. Die Lefzen können nicht eingeklemmt werden, es gibt eine bessere Druckverteilung und man hat Druckmöglichkeit auf die Maulwinkel. Das doppelt-gebrochene Mundstück gibt es in verschiedenen Ausführungen. Im Allgemeinen ist es gerade und übt mehr Druck auf die Laden aus, es entsteht jedoch keine Aufwölbung an den Bruchstellen, die Druck auf den Oberkiefer ausübt. Laut Turniervorschrift ist ein Snaffle mit Kinnriemen zu benutzen, dieser dient als Durchziehschutz. Der Kinnriemen wird zwischen Zügel und Mundstück am Ring verschnallt und sollte so fest angezogen sein, dass die Ringe zum Mundstück fast im rechten Winkel stehen. In Verbindung mit einem Snaffle sollte man schwere Arbeitszügel verwenden. Diese beinhalten in der Regel eine bessere Kommunikation. Bei gut ausgebildeten Pferden und beim Turnier kann man auch leichte Zügel verwenden.

Nach den Snaffels beschäftigten wir uns mit den Kandaren. Eine Kandare wirkt in drei Bereichen. Als erstes übt sie Druck auf das Genick aus, dann erfolgt Druck aufs Kinn und erst zum Schluss wirkt sie im Maul. Das Verhältnis zwischen Ober- und Unterbaum der Schenkel gibt ihre Schärfe an.
Beim Kauf einer Kandare sollte darauf geachtet werden, dass die Schenkel frei beweglich sind. Dies ermöglicht eine präzisere Einwirkung bzw. Hilfengebung. Sogenannte "ß-Shanks" verändern die Hebelwirkung der Kandare, was diese aber nicht unbedingt milder macht.
Eine zusätzliche Verschnallmöglichkeit der Zügel direkt am Mundstück ermöglicht eine langsamere Umstellung auf die Hebelwirkung, da kurzzeitig mit vier Zügeln geritten werden kann.
Kandaren gibt es mit verschiedenen Zungenfreiheiten, dabei gilt: Je größer die Zungenfreiheit, desto weniger Wirkung auf der Zunge , desto mehr Druck auf die Laden. Bei der Umstellung von Snaffle-Bit auf Kandare hat sich das Snaffle-with-Shanks bewährt. Dies ist ein einfachgebrochenes Snaffle-Bit mit Anzügen.
Eine Kandare wird mit Kinnkette benutzt. Diese sollte so verschnallt sein das zwei Finger dazwischen passen. Man kann auch einen Lederkinnriemen verwenden, dieser hat jedoch eine weniger präzise Wirkung, da das Leder sich dehnt.

Wenn man sich mit Gebissen beschäftigt dürfen auch die gebisslosen Zäumungen nicht vernachlässigt werden. Gebisslose Zäumungen sind in ihrer Wirkung nicht unbedingt milder als Mundstücke.
Als Grundlage besonders in der Jungpferdearbeit ist hier das Knotenhalfter zu nennen. Das Knotenhalfter muss korrekt verschnallt sein, damit seine Akupressurpunkte nicht an empfindliche Stellen (z.B. Augen) kommen. Es ist dünner als ein Stallhalfter und ermöglicht damit eine präzisere Einwirkung, das Pferd wird weniger abgestumpft. Es eignet sich für die Bodenarbeit und das erste Anreiten. Die Einwirkung auf das Pferd beschränkt sich auf den direkten Zügel.
Eine weitere gebisslose Zäumung ist das Sidepull. Es wurde ursprünglich benutzt um das Jungpferd während der Zahnungsphase gebissfrei zu reiten. Es wirkt auf die Nase und das Kinn, man kann ebenfalls nur den direkten Zügel verwenden. Es sollte 2-3 Finger über den Nüstern verschnallt sein. Als Richtlinie stelle man sich anstellte der Ringe ein Gebiss vor. Das Sidepull sollte von schwerer Qualität sein und neben Kinn- und Kehlriemen noch einen dritten Riemen besitzen, der verhindert, dass das Sidepull bei einseitigem Zug ins Auge rutscht. Dieser Riemen ist bei billigen Ausführungen meistens nicht vorhanden. (Bei einem zierlichen Ponykopf kann man diesen durch einen Standard-Lederkinnriemen nachrüsten.) Das Stop-and-Turn ist eine relativ scharfe Zäumung, es wirkt sehr stark aufs Kinn und auf die Nase. Sam war bis jetzt nicht mutig genug das Stop-and-Turn auszuprobieren.
Das Bosal ist eine alt-kalifornische Zäumung. Es gibt es in verschiedenen Stärken und Qualität. Je feiner die Flechtung, desto mehr Stabilität hat es, desto langlebiger ist es. Das Bosal wirkt auf das Kinnbein und nicht bzw. nur sehr wenig auf die Nase, wie weit verbreitet angenommen wird. Auch bei dieser Zäumung hat man nur die Möglichkeit des direkten Zügels. Die Umstellung aufs Bosal ist nicht einfach, da es in gewisser Weise einen anderen Reitstil, der sehr auf Gewichts- und Schenkelhilfen basiert, voraussetzt. Ein Bosal ist erst ausbalanciert mit der dazugehörigen Mecate. Der sogenannte Fiador hält das Bosal in seiner Position und verhindert so ein "rollen" bzw. "wippen" auf der Nase. Ein gutes Bosal erhält man ab 260 €, komplett mit Mecate und Riemen ab ca. 615 €.

Da man mit einem Gebiss ohne Kopfstück nicht reiten kann, haben wir uns zum Schluss noch mit den verschiedenen Kopfstücken beschäftigt. Besonders am Anfang sollte ein Kopfstück von schwerer Arbeitsqualität sein.
Für die Arbeit mit Jungpferden hatte Sam ein stabiles Kopfstück mit Schnallen dabei. Eine normale Arbeitstrense hat einen Stirn- und Kehlriemen. Wenn ein Sperrhalfter benötigt wird muss dieses extra hinzugefügt werden.
Eine Einohr-Trense sollte man nicht mit Snaffle-Bit verwenden. Einige Pferde bekommen bei einer Einohr-Trense Gleichgewichtsprobleme, weil der Gleichgewichtssinn unterm Ohr sitzt und einseitig beeinflusst wird. Andere Pferde haben damit keine Probleme.
Des weiteren hatte Sam eine Doppel-Einohr-Trense dabei.

Zum Abschluss betonte Sam noch einmal, dass jedes Pferd anders ist und auf die unterschiedlichen Gebiss-Varianten besser oder schlechter reagiert. Eigentlich müsste es für Gebisse auch eine Anprobe wie für Sättel geben, dieses macht jedoch keiner. Da bleibt einem nur ausprobieren, welches Gebiss für sein Pferd das beste ist, und im Endeffekt hat man eine sehr große Gebisssammlung zu Hause liegen, wenn man sich nicht bei Freunden einige zum ausprobieren leihen kann.